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Liebe Leserinnen und Leser,
jüngst wurden wir von einem Vertreter einer Betriebsratskörperschaft darauf angesprochen, dass es wohl nicht einfach sei, in diesen Zeiten Geld veranlagen zu müssen. Es sei nichts mehr planbar, weil man nicht wissen könne, wie ein bestimmter mächtiger Entscheidungsträger jenseits des Atlantiks geschlafen haben und davon abhängig am nächsten Morgen Entscheidungen in den eine oder andere Richtung treffen würde.
So berechtigt diese Aussage auch ist, sie berücksichtigt einen aus unserer Sicht zentralen Aspekt nicht ausreichend. Das Geld unserer Kundinnen und Kunden zu veranlagen, bedeutet für uns als institutionelle Investor eben nicht, tagtäglich den Kurs zu ändern, den wir langfristig eingeschlagen haben. Es bedeutet, mit einem ausreichenden Maß an Gelassenheit unser Schiff durch das unruhige Meer zu steuern und eben nicht auf jede einzelne Welle mit einem Ausweichmanöver zu reagieren.
Jedenfalls ist es uns durch diese Gelassenheit gelungen, das erste Halbjahr 2025 positiv abzuschließen. Das Ergebnis liegt bei 0,71% und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert der anderen Vorsorgekassen.
Auch wenn das Veranlagungsergebnis im Juli sehr erfreulich war, können wir unmöglich vorhersagen, wie sich das zweite Halbjahr 2025 insgesamt entwickeln wird. Wir können Ihnen nur versprechen, dass wir nur wegen ein paar Wellen unseren Kurs nicht verlassen und unser Ziel weiterhin klar ansteuern werden.
Eine angenehme Lektüre wünschen Ihnen
DI Thomas Keplinger und Poul Thybo, MSc
Aktuelles aus dem Unternehmen
Veranlagung
Die Turbulenzen begannen vor allem mit dem von Donald Trump ausgerufenen „Liberation Day“ am 2. April. Die US-Aktienmärkte fielen in den folgenden vier Tagen um ca. 12 % bzw. sogar um ca. 19 %, gemessen am letzten Hoch im Februar. Damit wurde ein Wertverlust von fast 20 % erreicht, der normalerweise als Grenze für den Eintritt in einen Bärenmarkt gilt. Grund dafür waren die von Trump angekündigten Zölle, die im Falle einer Nichteinigung mit den Handelspartnern für künftige Einfuhren in die USA gezahlt werden sollten. Im Falle Chinas erreichten die zwischenzeitlich im Raum stehenden Ankündigungen sogar einen Einfuhrzoll von über 150 %, was de facto einem Einfuhrverbot chinesischer Waren gleichgekommen wäre.
Von diesem ersten Schock konnten sich die US-Finanzmärkte jedoch relativ schnell erholen und erreichten im Juni sogar neue Allzeithochs. Nachdem der US-Präsident angesichts eines starken Anstiegs der Renditen auf den Anleihenmärkten relativ schnell wieder zurückgerudert war (die Aktienmärkte beeindruckten ihn eigenen Aussagen zufolge jedoch eher weniger), entstand bei vielen Anlegern eine neue Strategie, um mit den Unsicherheiten umzugehen. Der sogenannte „TACO“-Trade wurde geboren. Der Name steht für „Trump Always Chickens Out“ („Trump kneift immer“) und wurde erstmals von dem Finanzkolumnisten Robert Armstrong eingeführt. Daraufhin änderte sich die Stimmung und Meldungen der US-Regierung wurden zunehmend skeptisch betrachtet.
In einem Bereich blieb der Schaden jedoch vorerst bestehen: an den Währungsmärkten. Der US-Dollar verlor gegenüber einem breiten Währungskorb etwa 10 % an Wert. Das hatte vor allem negative Auswirkungen auf die Renditen von ausländischen Anlegern, die ohne Währungssicherung in US-Assets investiert hatten.
Diesseits des Atlantiks führte das Versprechen der deutschen Regierung, wieder mehr in Rüstung und Infrastruktur zu investieren, zu einer starken Performance europäischer Assets. Damit stellte sich das Jahr 2025 bisher als eines der wenigen Jahre heraus, in dem europäische Anlagen eine signifikante Outperformance verzeichnen konnten. Ein US-Investor, der beispielsweise zu Jahresbeginn in österreichische Aktien investiert hätte, könnte sich Ende Juni über eine Rendite von fast 43 % (in USD) freuen. Ein zugegebenermaßen seltener Ausreißer in den letzten Jahren. Noch erfreulicher entwickelte sich in diesem Zeitraum der österreichische Aktienmarkt. Bekanntermaßen sind aber die Auswirkungen von Kurssteigerungen österreichischer Unternehmen in einem globalen Portfolio überschaubar.
Da sich das makroökonomische Umfeld bisher relativ stabil gezeigt hat, ist davon auszugehen, dass die zweite Jahreshälfte wieder stärker von Fundamentaldaten geprägt sein wird. Die bisher im Fokus stehenden Themen, wie beispielsweise künstliche Intelligenz, die Zinslandschaft sowie Wachstum und Inflation, werden dann wieder an Relevanz gewinnen.
Erfolgsmodell ID Austria
34.597 Kundinnen und Kunden der APK Vorsorgekasse haben bereits mittels der neuen ID Austria bzw. ihrem Vorgänger, der Handy-Signatur, auf unser Online-Portal www.kontostand.at oder unsere Apps zugegriffen. Vor etwas mehr als drei Jahren, am 24. Mai 2022, konnten wir – als erste nicht-staatliche Einrichtung in Österreich – diese Form des gesicherten Zugangs mit der ID Austria ermöglichen. Was damals erst von einer Hand voll Anwendern ausprobiert wurde, ist heute zum Stand der Technik geworden und wird von einer größeren Anzahl von Plattformen angeboten.
Es ist wenig überraschend, dass die Nutzung stark gestiegen ist, beispielsweise seit man die ID Austria verwenden kann, um den Führerschein am Handy für Verkehrskontrollen zu speichern. In diesem Jahr konnten wir einen absoluten Höchststand an Neu-Registrierungen für unsere Online-Services verzeichnen. Wir nehmen dies als Ansporn, diese Services kontinuierlich zu verbessern und auszubauen.
Die kontinuierliche Verlagerung der Kommunikation zu Kundinnen und Kunden via Online-Services ist ein Megatrend. Wir beobachten dies aber über alle Geschäftsbereiche und über alle Möglichkeiten der Kontaktaufnahme hinweg. Noch vor einigen Jahren üblich, ist der Eingang eines Fax zu einem Kuriosum geworden, das nur mehr alle paar Wochen passiert. Selbst der Postweg hat seine dominante Stellung verloren. Im Gegensatz dazu hat sich die Anzahl an Chat-Interaktionen innerhalb der letzten 24 Monate verdoppelt. Auch die Anfragen nach einer Kommunikation per WhatsApp werden laufend mehr, wobei wir diesem Wunsch wegen datenschutzrechtlicher Bedenken in näherer Zukunft leider nicht nachkommen werden können.
Zertifizierung
Bei der jährlichen Prüfung durch die ÖGUT werden die drei Prüfbereiche „Grundsätze und Methodik“, „Portfolio“ sowie „Umfeld“ hinsichtlich der Berücksichtigung ethischer, ökologischer und sozialer Kriterien untersucht. Jeder der drei Prüfbereiche erhält eine der folgenden Bewertungen:
• Sehr gut erfüllt
• Gut erfüllt
• Ausreichend erfüllt
• Nicht erfüllt
Zum vierten Mal in Folge konnte die APK Vorsorgekasse in jedem der drei Prüfbereiche die Bewertungsstufe „Sehr gut erfüllt“ erreichen.
Wir beraten Sie gerne persönlich!
Wir setzen für die Beantwortung von Anfragen kein Call Center, sondern ausschließlich qualifizierte Expertinnen und Experten ein.
Sie können sich bei Fragen jederzeit gerne an unser Team wenden.
So können Sie uns erreichen:
Tel. +43 (0)50 275 50
E-Mail: office@apk-vk.at